Als Schotte in der Pfalz

Wenn man Sachen wiederholt macht, werden sie zur Tradition, oder? Nun, heute bin ich bereits zum zweiten Mal in meinem Leben diesen Flachlandhalbmarathon hier nebenan, also: in dieser Pfalz, gelaufen. Kurze Wegen haben halt doch ihre Vorteile. Lage ist alles. Das behaupten ja auch diese diversen Immobilienmakler immer. Wer hätte es je gedacht, dass man von denen noch etwas lernen könnte? Aber es geht tatsächlich. Man muss sich nur die Laufschuhe anziehen. Das hätte mir wirklich mal früher jemand sagen können. Es hätte wohl viele Nerven gespart. Das Leben, es ist wirklich nicht immer leicht.

Ebenfalls nicht leicht ist natürlich auch das Laufen längerer Strecken. Da ist es durchaus hilfreich, die eigene Kondition im Vorfeld etwas einzustimmen. Training nennt man das auch. Damit habe ich es in der letzten Zeit jedoch tatsächlich eher nicht übertrieben. Wir können hier im Haus schließlich auch vornehme Zurückhaltung. Schlimm ist das natürlich nicht. Ein Teil der Alternativbeschäftigung bestand zum Beispiel darin, sich über das Glücklichsein Köpfe zu machen. Das muss ja auch mal sein. Und auf eine Art hilft es auch beim Laufen. Wenn ich so darüber nachdenke, kann ich die vor dem Rechner sitzend verbrachten Studien-Zeiten einfach unter ganzheitlichem Training buchen. Wenn es nur immer so einfach wäre.

Heute also Ausflug in die Pfalz. Ich war auch nicht allein. Von den unbekannten Massen einmal abgesehen, gab’s einen netten #Twitterlauftreff mit Erik, einem Sport- und Musik-, Musikliebhaber, einem wohltrainierten Regenarationsexperten und einer nur schwierig zu verlinkenden Dame. Überhaupt: Es gibt zu wenig Damen, die (Halb-) Marathon laufen. Ich prangere das an.

Eine Dame habe ich vor Ort jedoch noch getroffen: Die Antreiberin aus dem letzten Jahr. Wiedersehen kann so schön sein. Immerhin war sie so rücksichtsvoll, meine mangelnde Fitness zu respektieren und ist munter vorweg gelaufen. Sehr verständnisvoll.

Weniger Verständnis hatte jedoch das Wetter. Dabei will ich mich gar nicht beschweren. Auch nicht Jammern, es hat immerhin weder geregnet, noch geschneit. Man wird ja dankbar. Frisch war es jedoch. Und in einem Wahn geistiger Abwesenheit habe ich mich spontan entschlossen, mit dem kurzen T-Shirt zu laufen. Ich meine: Das waren Plusgrade auf dem Thermometer! Was kann man mehr verlangen? Weniger Wind vielleicht. Habe ich aber nicht. Es wehte also. Und was soll ich sagen? Das war frisch! Immerhin hat der Kilt gut gewärmt. Es gibt doch kaum nützlicheres, als sich einen ausreichend dicken Fummel um die Hüften zu wickeln. Ansonsten musste aber Bewegung ins Spiel, um nicht zu sehr zu frieren. Entsprechend war auch heute die erste Hälfte der Runde deutlich schneller als geplant. Immerhin: Gefroren habe ich auf diese Weise nicht. Allerdings habe ich auch sonst nicht viel gemacht. Außer zu versuchen, die Contenance zu wahren. Gar zu peinlich soll es schließlich auch nicht werden.

Es reicht, dass zum Ende hin die Kondition ihre Opfer gefordert hat. Das Tempo zum Beispiel musste dran glauben. Aber es ist ja keine Schande, überholt zu werden. Schöne Rücken können schließlich auch entzücken. Ich habe meinen gerechten Anteil derer heute auf jeden Fall zu sehen bekommen.

Das ist doch viel wert. Was soll ich zusammenfassend somit sagen? Außer: Es war ein Spaß. Gucken wir mal, ob sich dieser wirklich noch zu einer Tradition entwickelt.