Aus dem Regal: Auerhaus von Bov Bjerg

Das wurde jetzt aber Zeit. Nach dem sehr großartigen Debüt Deadline vor vielen, vielen Jahren gibt’s jetzt endlich das Buch 2 von Bov Bjerg. Auerhaus heißt es. Und es erzählt von ein paar 18-jährigen, die in eben diesem Auerhaus zusammen wohnen. Auslöser für das Zusammenziehen ist der Suizidversuch von einem aus der Gruppe. Aber irgendeine Kuriosität hat auch jede/r der anderen aufzuweisen.

Und was soll ich sagen? Es ist famos. Im Gegensatz zu Deadline ist dieses Buch sehr ruhig erzählt. Angenehm ruhig. Langweilig ist das trotzdem nicht. Es ist eher diese unprätentiöse Ruhe, die den einzelnen Geschehnissen zur angemessenen Dramatik verhilft. Und Dramen gibt’s reichlich. Wie gesagt: Irgendwas treibt jeden um. In der Gruppe verstärkt sich das jeweils noch. Man stolpert mit den Protagonisten von einem Erlebnis ins nächste und fühlt sich mittendrin.

Zwischendurch bin ich mal kurz verwirrt. Zwischendurch gibt’s nämlich die Alb. Alb? Kenne ich. Das ist ein Fluss, ein kleiner; hier in den Südstaaten. Da kurz darauf auch von den Cannstatter Wasen die Rede ist, passt das wohl. Aber wenig später gibt’s in der Alb einen See und prompt bin ich verwirrt. Macht aber nichts. Ich deute die Alb einfach direkt beim Lesen zur Alm um und schon passt der Text wieder.

Viel mehr Kritik fällt mir auch kaum ein. Es ist einfach ein gutes Buch. Ich empfehle es sehr. Ohne Zweifel ist das hier eine der schönsten Erzählungen des Jahres.

Und von mir aus kann Buch 3 gern etwas zügiger folgen. Echtjetztmal.