Aus dem Regal: Untertan von Joachim Zelter

Das hat jetzt eine Weile gedauert. Aber hier ist es: Das Buch vom letzten Indiebookday. Wie gesagt: Ich lese langsam. Man könnte das als Unsitte bezeichnen. Man kann dem jedoch auch Vorteile abringen. Denn dieses Buch braucht etwas Zeit. Diese Geschichte sollte man lieber nicht in einem Rutsch verschlucken. Besser ist es, sie in kleinen Teilen wohldosiert zu sich zu nehmen.

Dabei geht es nur um eine einzige Person. Eine Person, die erst Stress in der Schule hat, später durch Inselbegabungen feine Arbeiten schreibt, eine Promotion ist sogar dabei. Nur ist es nicht die eigene. Denn diese Geschichte ist eine über die besagte Person in einer lebenslangen Nebenrolle, den Untertan halt. Er verkörpert mit seinem ganz eigenen Elend das Versagen einer ganzen Schicht. Es ist die Mittelschicht, die hier verliert. Das passiert auf eine recht symbolische Art, ganz klar. Aber man fühlt mit. Man leidet mit. Es stimmt depressiv.

Das ist sehr schön beschrieben. Und man kann es zum Beispiel lesen, wenn es einem mal zu gut geht. Depressionen gehen schließlich immer. Dieses Buch hilft dabei.